PG Aub
Foto: Pfarrbriefservice.de

Aus dem Matthäusevangelium  (22, 15 - 21)

Damals kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen.

Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person. Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?

Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin.

Foto: Christina Geißendörfer

Aus dem Buch Joel  2, 21 - 27

Fürchte dich nicht, fruchtbares Land! / Freu dich und juble; / denn der Herr hat Großes getan.

Fürchtet euch nicht, ihr Tiere auf dem Feld! / Denn das Gras in der Steppe wird wieder grün, der Baum trägt seine Frucht, / Feigenbaum und Weinstock bringen ihren Ertrag.

Jubelt, ihr Söhne Zions, / und freut euch über den Herrn, euren Gott! Denn er gibt euch Nahrung, wie es recht ist. / Er schickt euch den Regen, Herbstregen und Frühjahrsregen / wie in früherer Zeit.

Foto: Christina Geißendörfer

Aus dem Philipperbrief  2, 1 - 11

Wenn es also Ermahnung in Christus gibt, Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, herzliche Zuneigung und Erbarmen,

dann macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig,

dass ihr nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei tut. Sondern in Demut schätze einer den andern höher ein als sich selbst.

Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.

Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:

Foto: Marie Himmer

Evangelium nach Matthäus (20, 1 - 16)

In jener Zeit erzählte Jesus folgendes Gleichnis:

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben.

Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg.

Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten.

Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist.

Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso.

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Evangelium nach Matthäus (18, 21 - 35)

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal?

Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.

Das Gleichnis vom unbarmherzigen Gläubiger

Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen.

Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.

Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.

Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen.

Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.

Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist!

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Evangelium nach Matthäus (18, 15 - 20)

In jener Zeit sagte Jesus:

Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.

Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.

Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

Foto: Christina Geißendörfer

docxEvangelium nach Matthäus (16, 21 - 25) >>>

Predigt zum 22. Sonntag im Jahreskreis

"Das darf nicht geschehen!", lautet der Protest des Petrus auf die Ankündigung von Jesu Leiden und Sterben. Petrus will es nicht wahr haben. Bis jetzt war doch alles so schön: Jesu Botschaft hat Aufsehen erregt, und sie - die Jünger - konnten sich auch in seinem Ansehen sonnen. Und nur einen Augenblick zuvor hatte Jesus bestätigt, dass er wirklich der erwartete Messias ist, und damit dachte sich Petrus kurz vor der Erfüllung aller seiner Sehnsüchte. Und jetzt soll alles in Leiden und Tod enden? Das darf nicht sein!

Nur - der Protest des Petrus nützt gar nichts. Eben weil Jesus der Messias ist, weiß er, welche Rolle er in Gottes Plan einnehmen muss. Weder hat sich Jesus blind seinem Schicksal überlassen, noch ist er davon gerannt.

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docxLesung aus dem Buch Jesaja (22, 19 - 23) >>>

Predigt zum 21. Sonntag im Jahreskreis

Das mit den Titeln, Posten und Positionen ist eine zweischneidige Sache. Natürlich braucht es Menschen, die bereit sind in Führungspositionen zu treten und Verantwortung zu übernehmen. Das braucht jeder Staat und jeder noch so kleine Verein. Aber es gibt auch Menschen, bei denen das zur Gier wird. Die vor allem das Ansehen, die Macht und die Privilegien eines solchen Amtes anzieht, und die dann ihre Position zum eigenen Vorteil ausnutzen und sich dann auch nicht mehr von der Macht trennen können. In der Lesung haben wir das vom Palastvorsteher Schebna gehört, dessen Hochmütigkeit sogar Gott auf die Palme bringt. Heutzutage heißen diese Typen Lukaschenko oder Assad, oder auch Putin oder Erdogan, die sogar die Verfassung ihres Staates änderten, nur damit sie weiterregieren können. Auch denen könnte man die Worte und Warnungen der Propheten vorlesen und sie würden sie nicht beachten.

Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt und Mariensäule (Foto: Gerhard Weihrauch) www.galerie-lindelbach.de

docxLesung aus dem ersten Brief an die Korinther (15, 54 - 57) >>>

Predigt zum Fest Mariä Himmelfahrt

Wenn ein Mensch stirbt, hinterlässt er ein Erbe. Das kann eine Menge Gerümpel sein, dass die Erben ziemlich nervt, es können aber auch echte Vermögen und Wertgegenstände sein. Manchmal wird sich auch um das Erbe gestritten, was ziemlich albern ist, zeigt doch gerade diese Situation, wie sinnlos es ist, sich Schätze auf Erden zu sammeln, die man irgendwann auch zurücklassen muss.

Maria hinterlässt etwas ganz anderes. Die Legende erzählt, dass ihr Leib aus dem Grab verschwunden war, und dafür das Grab voll war mit den schönsten Blumen und Heilkräutern. Kein Vermögen, aber auch kein Gerümpel. Und es kehrt die Sache auch ziemlich um: wir hinterlassen doch Blumen an den Gräbern unserer Verstorbenen, um damit unsere Verbundenheit mit unseren Lieben zu zeigen. Wenn Marias irdischer Leib aber verschwunden ist, und sie diesen Blumengruß hinterlässt, zeigt sie die Verbundenheit von Himmel und Erde an.

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docxEvangelium nach Matthäus (14, 22 - 33) >>>

Predigt zum 19. Sonntag im Jahreskreis

Was vermag der Glaube? Jesus sagt: "Wenn euer Glaube nur so klein wie ein Senfkorn wäre, könntet ihr damit Berge versetzen oder Bäume entwurzeln". Aber niemand hat bisher so etwas gemacht! Die Evangelien sind auch voll von Erzählungen, wie der Glaube Menschen geheilt hat. Auch das kommt nicht so häufig vor. Sind wir alle zu kleingläubig, oder hat Jesus gar gelogen?

Glaube heißt sich auf Gott einzulassen, zu akzeptieren, dass da jemand ist, der weit über uns steht, und bei dem alle wahre Macht und Herrschaft liegen. Und diese Macht ist natürlich in der Lage Berge zu versetzen.

Zu unserem Glauben gehört aber auch, dass Gott nicht irgendjemand ist, sondern jemand, der uns ganz nahe ist; jemand der uns liebt wie ein guter Vater; jemand, der will, dass unser Leben gelingt. Und da bekommt Glaube die gleiche Bedeutung, wie Vertrauen. Im Glauben und Vertrauen spüren wir die Gegenwart Gottes, und die Gegenwart Gottes verändert die Welt.

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