PG Aub

"Das Geschenk des Lebens"

Was ist eigentlich damals in Bethlehem so Besonderes geschehen, dass wir es 2000 Jahre später immer noch feiern? Was war denn so aufregend, dass die Geschichte heute noch verkündet wird und wir sie zum Anlass nehmen für Baum schmücken, Lieder singen und Geschenke überreichen?

Die Antwort kennen wir alle: ein Kind wurde geboren, so wie es unzählige Male davor und unzählige Male danach geschehen ist. Nicht mehr und nicht weniger. Doch so normal das erscheinen mag, so wunderbar ist es auch: ein Mensch tritt ins Leben.

Auch wir alle sind einmal ins Leben getreten. Auch wir feiern unseren Geburtstag mit Einladungen und Geschenken. Aber sehen wir bei uns auch das Wunderbare daran? Dass uns das Leben geschenkt wurde? Wir haben uns das Leben nicht ausgedacht und vorausgeplant; wir haben es uns nicht ausgesucht oder im Internet bestellt. Es ist ein Geschenk, das größte Geschenk, das uns jemals gemacht wurde.

Und gleichzeitig ist es ein seltsames Geschenk. Wir können es nicht zurückgeben oder umtauschen. Wir können es nur empfangen, mit all seinen Überraschungen, Freuden und Tücken, und wissen auch nicht wie lange es währt.

Die Geburt Jesu will uns ermuntern diesem Geschenk zu trauen, da in Jesus Christus Gott selbst das menschliche Leben bejaht. Und zwar nicht nur das geglückte Leben, sondern auch eines, dass in der Armut des Stalles beginnt und am Kreuz endet. Die Geburt Jesu lädt uns ein, immer wieder selbst ins Leben zu treten, Tag für Tag, und dankbar zu sein, dass wir wunderbarer Weise auf die Welt gekommen sind. Weihnachten ist das Fest des menschlichen Lebens.

So wünsche ich Ihnen von Herzen ein frohes Fest der

Menschwerdung Gottes und einen guten Einstieg ins neue Jahr!

 

Pfarrer Gregor Sauer

 

Quelle Bild: Christina Geißendörfer

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